Ein leichter Regenschauer hieß 148 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im orthodoxen Freizeitlager am Möhnesee willkommen. Von ganz Deutschland kamen sie um Gott und sich selber näher kennenzulernen, aber auch neue Freundschaften zu schließen. Vielleicht fragen sich einige, ob es überhaupt möglich sein könnte, sich nur in einer Woche anzufreunden. Doch dies ist wahrscheinlich nur in einem solchen Freizeitlager vorstellbar. Man findet Freunde fürs Leben, die einen verstehen und den eigenen Glaubensweg nachvollziehen können. Am Anfang kannte ich persönlich noch sehr wenige in diesem Freizeitlager, doch am letzten Tag konnte ich es mir gar nicht mehr vorstellen…


Ach ja, stimmt, alles der Reihe nach, deswegen komme ich dazu lieber später. Also, am 29. März war es endlich so weit. Den ganzen Morgen wartete ich gespannt darauf. Viele Fragen gingen mir durch den Kopf. Kommen auch wirklich alle meine Freunde? Mit wem komme ich in ein Haus? Wer wird in meiner Familie sein? Und… und… und… Aufgeregt stand ich vor der Anmeldung und sah mich nervös um, ob ich nicht doch noch ein bekanntes Gesicht erblicke. Zu meiner Verwunderung kannte ich keinen aus meinem Haus und auch die Namen auf der Liste meiner „Familie“ erschienen mir fremd. Die erste Stunde verging schnell, dennoch kam es mir vor, als wären mir alle unbekannt und viel jünger als ich. Immer wieder musste ich mir einreden, dass ich geduldiger sein sollte. Endlich lernte ich die Mädchen aus meinem Haus kennen und nur einige Augenblicke später hielt ich schon meine Freunde aus den früheren Lagern im Arm. Meine neuen Freunde (und die alten natürlich auch) sind mir an dem Abend so ans Herz gewachsen, dass es mir vorkam, als würde ich sie schon mein Leben lang kennen. Es ist unglaublich, aber solche Freundschaften, bei denen man sich auf Anhieb versteht und lieben lernt, habe ich bis jetzt nur bei orthodoxen Freizeitlagern erlebt.

Der nächste Tag verging in der geliebten Reihenfolge ab. Gebet, Frühstück, Aufräumen, Sonntagsschule, Sport, Gebet, Mittagessen, Ruhestunde… Am Dienstag wurde dann eine Exkursion nach Werl veranstaltet. Die Stadtführung wurde mit einem ganz besonderen Highlight versüßt und zwar im übertragenen Sinne. Denn als unsere russischen Gemüter ein kleines Geschäft mit russischen Waren und Süßigkeiten erblickten, konnte kaum einer der Versuchung widerstehen. Es ist unvorstellbar, dennoch wurde der Stadtführer im Nu vergessen und die ganze Gruppe zwängte sich in den kleinen Raum. Nach der kurzen Pause ging es weiter. Im Stadtmuseum wurden die Kinder durch Fragen in den Vortrag integriert. Plötzlich blieb der Stadtführer stehen und zeigte auf eine silberne Rüstung. „Was glaubt ihr, was dies sein könnte?“, fragte er neugierig. Doch auf die kommende Antwort war selbst er nicht gefasst. „Ein Schlafanzug“, sagte eine männliche Stimme von hinten. Alle drehten sich um, sahen Daniel (17) und für einen Moment verfielen alle in Schweigen. Als erstes ertönte das schrille Lachen des Stadtführers und dann hörte man schon das Gekicher aller Kinder. Sie waren nicht zu beruhigen. Der Stadtführer wischte sich eine Träne weg und bemerkte: „So etwas wurde hier noch nie gesagt!“ Für viele gab es dennoch ein bestimmtes Ereignis, welches unvergesslich bleiben wird. Das gemeinsame Gebet in der katholischen Kirche und die Kreuzverehrung. Die Wärme im Herzen nahmen wir mit nach Hause, sodass der Frost und die Kälte uns nicht mehr stören konnte.

Am übernächsten Morgen hielten wir die Liturgie ab. Und eigentlich habe ich schon gedacht, dass die nächsten Tage im gewohnten Rhythmus verlaufen werden, doch am Abend wurde etwas Unglaubliches angekündigt. Uns wurde erklärt, dass wir am nächsten Tag die Psalmen vierundzwanzig Stunden lang in verschiedenen Schichten lesen werden. Ich ließ mir Zeit mit der Anmeldung, da ich davon ausging, dass sich wenige eintragen werden und schon gar nicht zu früh morgens. Doch zu meiner Überraschung bekam ich den letzten Termin, denn alle anderen wurden schon vergeben. Wer schon einmal in einem Kloster, an der Klagemauer oder an anderen heiligen Orten war, weiß wie intensiv ein Mensch Gottes Nähe verspüren kann. Womöglich könnte man damit das Gefühl beim Beten der Psalmen vergleichen, trotzdem könnte ich alle Gefühle nicht in Worte fassen. Aber — es war auf jeden Fall eine schöne Erfahrung und hoffentlich wird sie jeder erleben können.

Das Tanzen, die Aufführungen, die Schnitzeljagd und vieles mehr verstärkte unsere Freundschaft untereinander, sodass es sich kaum einer am letzten Tag vorstellen könnte nach Hause zu fahren. Ich habe schon viele Lager besucht, dennoch sah ich noch nie so viele Tränen beim Abschied. Es war wirklich schwer wegzufahren und wir alle freuen uns schon auf die nächste Möglichkeit, einander wiederzusehen. Ob es beim nächsten Lager oder Seminar sein wird, weiß nur Gott allein.

Mit diesem Artikel möchte ich Vater Alexej, allen Betreuern, Köchinnen und anderen Organisatoren im Namen aller Kinder und Jugendlichen danken, dass es uns ermöglicht wird einander kennenzulernen und unseren Glauben dadurch zu stärken. Wir könnten uns ein Leben ohne orthodoxe Freizeitlager nicht mehr vorstellen. Gott segne euch!

Слава Богу, что вдали от Родины мы имеем возможность учавствовать в жизни нашей православной Церкви и приобщать к ней наших детей. Особенно здесь и сейчас, когда вокруг все перевернулось с ног на голову, упраздняются наши ценности и навязывается грех, как норма жизни.

Наша семья пришла в церковь совсем недавно, буквально год назад, после сильного потрясения.
Мы сейчас только пытаемся восполнить все пробелы нашего сознания и привести свою жизнь в соответствие с православием.По мере углубления в этот процесс мы столкнулись с тем, что наши дети, особенно старшие, не понимают нас.Им кажется странным такое неожиданное "прозрение" родителей, ведь для них ничего не изменилось.Школа, друзья, телевизор - остались прежними, и все свидетельсвует о том, что родители "не от мира сего". Теряется доверие. Конечно, мы старались не отчаиваться и молились только о том, чтобы и наши дети пришли к истинной вере.

С огромным трудом и даже хитростью я заставила свою 16-летнюю дочь поехать в лагерь. Для меня это была чуть ли не "соломинка", за которую я ухватилась. Я решила во всем уповать на Господа и твердо сносила слезы и истерики своей дочери.И то, что произошло в дальнейшем, я воспринимаю, как чудо и великую милость Господа.

Моя дочь полностью изменилась после возвращения. Она не только стала интересоваться нашей верой и посещать богослужения вместе с нами, но и стала более приветливой, внимательной послушной. Она стала задумчивой! Она по-другому посмотрела на жизнь. Я очень рада этому и до сих пор не могу поверить! Ведь именно в ее возрасте важно задуматься. Скольких ошибок можно избежать! Раньше она говорила о том, что не видит никакого смысла в жизни, и мне было трудно в чем-то ее убедить. Сейчас она сама задает вопросы и внимательно слушает нас.

Я не знаю, что именно могло произойти всего за одну неделю с моей дочерью. Ей все понравилось, не смотря на ранний подъем, плохую погоду, плохое знание русского языка и абсолютное незнание молитв.
Я знаю только, что дети очень сдружились и им не хватало времени на общение. Все хотят снова увидеться и грустят о том, что так долго нужно ждать до следующего заезда.

Да хранит Вас Господь и да поможет Вам в Вашем Ему служении.

 

 (Westdeutsche Zeitung vom 20.10.2015)

 

 (Rheinische Post vom 21.10.2015)

 

 

 

Дорогие православные соотечественники!

 

Я хочу поделиться с Вами опытом присутствия в православном детском лагере, он состоялся осенью около Вюрцбурга. Туда впервые поехал наш сын Ваня. Лагерь был не очень длинный, всего несколько дней, но удивительным оказался его результат. Наш сынишка – шустрый, довольно непоседливый человек,предпочитающий простые детские радости, вернулся из лагеря, можно сказать, неузнаваемым человеком. Утром не я звала его на молитву, а он говорил мне, что пора молиться, спрашивал, чем помочь дома, что сделать и даже без специальной просьбы убирал свою постель. Вообще его состояние было необычным, теплым, что-то особенно произошло и отложилось в его внутреннем детском "я". Разговоров же и воспоминаний хватило на 2 месяца. Он то и дело возвращался к тому, что почувствовал в эти, как я поняла, замечательные для его души несколько дней.

 

Огромное спасибо всем, приложившим усилия к организации лагеря, всем участникам и особенно дьякону Алексею Веселову. Было бы прекрасно, если бы наши дети не два раза в год жили в так нужной для них среде, а, по возможности, каждые каникулы.

 

С уважением и искренней благодарностью,

 

Марина Бонч-Осмоловская, прозаик, член Союза писателей России.